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Pilotprojekt: Innenentwicklung in bestehenden Gewerbegebieten

 

Im Frühjahr 2012 hat der Regionalverband das Projekt „Innenentwicklung in bestehenden Gewerbegebieten“ (PIG) gestartet. Dabei stand die Frage im Fokus, wie sich die Entwicklungsperspektiven von „in die Jahre gekommenen“ Gewerbegebieten verbessern lassen. Im Laufe des Jahres 2015 wurde das Projekt durch die Justus-Liebig-Universität Gießen evaluiert. Die Ergebnisse wurden nun in einem Praxis-Leitfaden zusammengefasst, den Sie sich unten herunterladen können. Der Leitfaden richtet sich an Stadtplaner, Wirtschaftsförderer und Kommunalpolitiker in Kommunen, die das Thema aktiv angehen wollen. Der Regionalverband bietet seinen Mitgliedskommunen hierfür weiterhin Beratung und Unterstützung an.

Die Gebiete wurden meist in den 1960er Jahren erschlossen. Seither haben sich Nutzungen und Charakter stark gewandelt. Unternehmen sind abgewandert, Infrastruktur und Bausubstanz sind in die Jahre gekommen. Straßenquerschnitte sind oftmals zu gering für die heutigen Anforderungen des Lieferverkehrs. Ein weiteres, häufig anzutreffendes Infrastrukturproblem, das sich in Zukunft aus Sicht der Unternehmen als echtes Exit-Kriterium herausstellen könnte, ist die fehlende Breitbandversorgung der Gebiete. Wohngebiete sind an das Gewerbe herangerückt oder ehemals durch Firmeninhaber oder Mitarbeiter genutzte Wohnungen werden inzwischen betriebsunabhängig genutzt. Für die daraus resultierenden Nachbarschaftskonflikte lassen sich im Rahmen der Bauleitplanung oftmals keine eindeutigen Lösungen mehr finden – einige unserer Projektgebiete lassen sich keiner der in der Baunutzungsverordnung definierten Gebietskategorien mehr zuordnen.

Wie können die Wettbewerbschancen der älteren Gewerbegebiete trotz solcher Standortnachteile verbessert werden? Wie können private Eigentümer und Gewerbetreibende dazu motiviert werden, Probleme außerhalb des Einflussbereichs der Kommunen anzugehen und in ihre Immobilien zu investieren? Antworten auf diese Fragen zu finden liegt zum einen im Interesse der Wirtschaftsförderung, die den in den alten Gebieten nach wie vor vorhandenen Bestand an Gewerbebetrieben pflegen und halten will. Aus Sicht der Stadtplanung muss mit dem nicht unbegrenzt vermehrbaren Gut der Bauflächen sorgsam umgegangen werden, um den Bedarf an Neuausweisungen einzudämmen und für eine werthaltige Nutzung der bereits erschlossenen Flächen zu sorgen.

Wir sind davon überzeugt, dass der Schlüssel zu einem Veränderungsprozess in älteren Gewerbegebieten in der Kommunikation zwischen der Kommune und den Grundstückseigentümern und Gewerbetreibenden liegt. Der Regionalverband hat hierfür eine modellhafte Vorgehensweise entwickelt.

 

PIG-Werkstadtgespräch in Eppstein

In jedem Projektgebiet wurde eine Diskussionsveranstaltung („Werkstattgespräch“, „Standortkonferenz“) durchgeführt. Die Projektkommunen wurden dabei durch ein Planungsbüro begleitet. Anfallende Honorarkosten teilten sich Projektkommune und Verband zu jeweils 50 %. Die Aufgabe des Büros bestand darin, die Standortzufriedenheit der ansässigen Firmen durch Interviews zu ergründen, Stärken und Schwächen der Gebiete zu erfassen und Handlungsansätze zu entwickeln. Sie moderierten die Diskussionsveranstaltung mit den Akteuren. Fester Bestandteil des Planungsprozesses war der Erfahrungsaustausch zwischen den Projektkommunen und den Büros im Rahmen von Workshops, die ein gemeinsames Lernen ermöglichen sollten. Der Regionalverband war der Impulsgeber und die Kommunen führen den gemeinsam begonnenen Dialog in Eigenregie weiter fort.

Von den folgenden Kommunen wurden Diskussionsveranstaltungen in Gewerbegebieten durchgeführt:

• Groß-Gerau, Kronberg, Rodgau (2013)

PIG in Groß-Gerau (links) und Kronberg (rechts)

Gewerbegebiete in Groß-Gerau (links) und Kronberg (rechts)

 

• Dreieich, Eppstein, Hattersheim, Steinbach (I-II/2013)
PIG in Eppstein (rechts) und Hattersheim (links)

Gewerbegebiete in Eppstein (links) und Hattersheim (rechts)

PIG in Hattersheim (links) und Steinbach (rechts)

Gewerbegebiete in Hattersheim (links) und Steinbach (rechts)


• Bischofsheim, Hainburg, Mörfelden-Walldorf (IV/2014-I/2014)
PIG in Bischofsheim (links), Hainbach (Mitte) und Mörfelden-Walldorf (rechts)

Gewerbegebiete in Bischofsheim (links), Hainburg (Mitte) und Mörfelden-Walldorf (rechts)


• Heusenstamm, Maintal, Oberursel (I-II/2014)

Gewerbegebiete in Oberursel (links), Heusenstamm (Mitte) und Maintal (rechts)

Gewerbegebiete in Oberursel (links), Heusenstamm (Mitte) und Maintal (rechts)