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Landwirtschaft im Ballungsraum

Der Ballungsraum FrankfurtRheinMain ist, wie die meisten heutigen Verdichtungsräume, auch auf der Basis einer landwirtschaftlichen Gunstlage entstanden. Im Verbandsgebiet konzentriert sich der Schwerpunkt landwirtschaftlicher Flächen im Nordosten, auf dem Gebiet der Wetterau. Aber selbst die Großstadt Frankfurt am Main hat mit über 25 Prozent einen nennenswerten Anteil landwirtschaftlicher Flächen aufzuweisen.

Heute steht die Landwirtschaft in Konkurrenz zu vielen anderen Ansprüchen. Die Böden sollen auch Standort-, Erholungs- und ökologische Funktionen erfüllen. Einer begrenzten Fläche steht eine Vielzahl von Nutzungsansprüchen gegenüber: Seit 1993 ist die landwirtschaftliche Fläche um insgesamt rund 4.200 Hektar (minus 4,3 Prozent) zurückgegangen. Viele Probleme, denen die Landwirtschaft überall aus­gesetzt ist, spitzen sich daher im Verdichtungsraum zu. Gleichzeitig ist die Marktnähe jedoch vorteilhaft.

Nach dem Naturschutzgesetz sind Natur und Landschaft als Lebensgrundlagen des Menschen so zu erhalten, dass die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter auf Dauer gesichert sind. Landwirten kommt dabei eine verantwortungsvolle Rolle für Erhalt und Entwicklung ihrer Flächen zu. Gerade im Ballungsraum steht nicht mehr allein die Wirtschaftsfunktion im Vordergrund, vielmehr rücken - im Sinne einer multifunktionalen Landwirtschaft - zunehmend ökologische und soziale Funktionen ins Blickfeld.

Die Landwirtschaft soll auch weiterhin ihre Rolle als Versorger der Bevölkerung mit hochwertigen und regionaltypischen Nahrungsmitteln wahrnehmen, sich zudem aber vermehrt als Dienstleister verstehen und etablieren. Gerade im Ballungsraum bieten sich hier viele Möglichkeiten und Chancen, wie beispielsweise die Kooperationsprojekte im Rahmen des Regionalparks Rhein-Main zeigen.

Der Regionalverband erhält durch Landschafts- und Flächennutzungsplanung die vorhandenen Freiflächen und sichert damit eine wesentliche Grundlage der Landwirtschaft.