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Biotopverbundsystem

Das Biotopverbundsystem – das regionale Naturschutzkonzept des Regionalverbandes

Unsere Landschaft unterliegt - ganz besonders im Ballungsraum - einem starken Nutzungsdruck. Der Verlust von Lebensräumen hat, einhergehend mit einer intensiven Nutzung und starker Zerschneidung der Landschaft, zum Aussterben vieler Arten geführt. Die vorhandenen Lebensräume reichen nicht aus, den Trend zum Aussterben von Arten umzukehren und isolierte Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen wieder zu verbinden. Diese Entwicklung nachhaltig aufzuhalten und damit dem Abwärtstrend entschieden entgegen zu treten, dafür liefert der Regionale Flächennutzungsplan mit der ökologisch bedeutsamen Flächennutzung ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Um für den Freiraum ein diesbezüglich schlüssiges Entwicklungskonzept zu erstellen, wurden die Landschaftspläne als Fachpläne für Naturschutz und Landschaftspflege zur Auswertung herangezogen, die für das gesamte Regionalverbandsgebiet flächendeckend vorliegen. Diese beinhalten ein intensiv zwischen Naturschutz und den jeweiligen Nutzern abgestimmtes Biotopverbundsystem. Das Biotopverbundsystem umfasst alle Gebiete, die für den Naturschutz und die Landschaftspflege besonders geeignet sind. Hierbei handelt es sich zum Teil schon um geschützte Flächen wie Naturschutz- oder FFH-Gebiete. Teilweise muss der Naturschutzwert aber auch erst erhöht werden, Stichworte hierzu sind beispielsweise Extensivierung und Renaturierung.

 

Biotopverbundsystem

Kohärenter Flächenschutz durch das Biotopverbundsystem (grün)

 

Darstellung im Regionalen Flächennutzungsplan

Im Regionalen Flächennutzungsplan ist das Biotopverbundsystem als sogenannte „ökologisch bedeutsame Flächennutzung“ dargestellt. Hier erfolgt wegen des gesetzlich vorgeschriebenen Kartenmaßstabs (1:50.000) keine Unterscheidung der verschiedenen Grundnutzungen wie etwa auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Forstwirtschaft, extensive Landwirtschaft oder strukturreiche Grünflächen, sondern die Darstellung erfolgt als eine bauleitplanerische „Sammelkategorie“. Wie genau die ökologisch bedeutsame Flächennutzung verwirklicht werden kann, darüber geben die kommunalen Landschaftspläne mit ihren konkreten Naturschutzmaßnahmen Auskunft. Diese sind bei der Umsetzung hinzuzuziehen.

Weicher Standortfaktor Natur und Landschaft

Weicher Standortfaktor Natur und Landschaft

 

Festlegung von Vorrang-/Vorbehaltsgebieten für Natur und Landschaft

Im Regionalen Flächennutzungsplan wird die ökologisch bedeutsame Flächennutzung durch zwei regionalplanerische Festlegungen nach § 9 (4) Hessischem Landesplanungsgesetz, die sogenannten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Natur und Landschaft, überlagert und weiter differenziert. Hierdurch erlangen sie unterschiedliche Rechtswirkungen. Die Darstellungen und Festlegungen wurden und werden in enger fachlicher Kooperation zwischen der Oberen Landesplanungsbehörde und dem Regionalverband erarbeitet. In Vorranggebieten für Natur und Landschaft soll den Belangen des Naturschutzes Vorrang vor anderen konkurrierenden Nutzungen eingeräumt werden. Sie sollen als naturnahe Flächen gesichert, entwickelt und entsprechend gepflegt werden. Vorbehaltsgebiete sind Gebiete, in denen dem überörtlich bedeutsamen Belang „Natur und Landschaft“ bei der Abwägung mit konkurrierenden Nutzungsansprüchen besonderes Gewicht beizumessen ist.

Weitere Informationen zum regionalen Biotopverbundsystem und der ökologisch bedeutsamen Flächennutzung können Sie einer Broschüre entnehmen, die Sie sich unten herunterladen können.